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ECM als Chance für Schienenfahrzeughalter und das europäische Bahnnetz

Bahnsicherheit und Interoperabilität im Bahnverkehr

07.06.2021 | Die Durchführungsverordnung (EU) 2019/779 – oder auch ECM-Verordnung genannt – spielt spätestens seit 2019 für den Großteil der Schienenfahrzeughalter und Werkstätten für Schienenfahrzeuge eine wichtige Rolle. Zugunsten der Sicherheit im Schienenverkehr soll die Verordnung für geregelte Standards und Transparenz bei den für die Instandhaltung zuständigen Stellen (Entity in Charge of Maintenance, kurz: ECM) sorgen. Die neue Richtlinie schafft somit Chancen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr Europas und auch die einzelne ECM.

bahnwerkstatt

Herausforderungen für Akteure im europäischen Schienenverkehr

Die Vorgaben der ECM-Verordnung beziehen sich in ihrer Umsetzung auf vier Stufen und greifen somit auf allen Ebenen des Asset- und Instandhaltungsmanagements von Schienenfahrzeugen:

1. Anforderungen und Bewertungskriterien für die Managementfunktion

2. Anforderungen und Bewertungskriterien für die Instandhaltungsentwicklungsfunktion

3. Anforderungen und Bewertungskriterien für die Fuhrpark-Instandhaltungsmanagementfunktion

4. Anforderungen und Bewertungskriterien für die Instandhaltungserbringungsfunktion

Die für Stufe 1 zuständige ECM kann die anderen drei Instandhaltungsfunktionen delegieren. Um die Zertifizierung nach ECM-Standards zu erhalten, ist sie für die Einführung eines Instandhaltungsmanagementsystems verantwortlich. Die Betriebssicherheit der Schienenfahrzeuge ist dokumentiert zu gewährleisten und es muss eine permanente Zustandsüberwachung der Fahrzeuge erfolgen.

Möglichkeiten für Betreiber und Instandhalter

Für die Halter und Instandhalter von Güterwagen und Lokomotiven steht zunächst der Aufwand an, das von der Verordnung geforderte System zum Instandhaltungsmanagement einzuführen. Aus dieser Pflicht ergeben sich eine Vielzahl an Chancen für die betreffenden Akteure, denn moderne Asset Management Systeme für Schienenfahrzeuge beinhalten zahlreiche Funktionen für die Instandhaltungsorganisation. Somit lassen sich nicht nur die für die ECM-Zertifizierung geforderten Nachweise erbringen, sondern auch übergeordnete Ziele der Instandhaltung erreichen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Erhöhte Zuverlässigkeit der Fahrzeuge
  • Höhere Flottenverfügbarkeit
  • Reduzierung von Ausfallrisiken
  • Transparenz der Prozesse
  • Automatisierte, somit schnellere und verbesserte Kommunikation

Die Digitalisierung der Instandhaltung stellt die optimale Basis für die Umsetzung korrektiver, präventiver und prädiktiver Instandhaltungsstrategien dar. Eine digitale Lebenslaufakte von Fahrzeugen und die detaillierte Komponentenverfolgung sind nur mit dem passenden IT-System möglich. Ebenso das checklistenbasierte, mobile Arbeiten am Zug oder die Rückverfolgbarkeit von Instandhaltungsmaßnahmen. Die im System vorhandenen Daten stehen dabei berechtigtem Personal jederzeit zur Verfügung – der Kommunikationsaufwand per Telefon und E-Mail wird stark reduziert.

Insbesondere für die prädiktive Instandhaltung sind intelligente IT-Lösungen nicht mehr wegzudenken. Erst durch sie ist es möglich, beispielsweise die Abnutzung von Komponenten (z. B. Radsätzen) zu prognostizieren – und somit einen plötzlichen Ausfall des zugehörigen Fahrzeugs zu verhindern. Ganz nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.“

Instandhaltungsdokumentation mit zedas®asset

Das Modul zedas®asset ECM ermöglicht eine erweiterte Unterstützung bei der Nachweiserbringung zur ECM-konformen Werkstattdokumentation. Für die Instandhaltung zuständige Stellen sind mit dem Modul bestens für die Planung und Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen ausgestattet.

Beispiel: So funktioniert die Dokumentation von Arbeitsaufträgen in zedas®asset

Für eine lückenlose Dokumentation der Instandhaltungserbringung in der Werkstatt (ECM 4) werden zunächst im System die Informationen zu Personal und Betriebsmitteln gepflegt. Dem Personal sind konkrete zeitlich befristete Zertifikate und Qualifikationen zuordenbar. Für Betriebsmittel (z. B. Messmittel) werden eindeutig identifizierbare Einheiten (z. B. Radsatzmessgerät, Seriennummer 2483) angelegt, denen ein Zertifikat / Nachweis (z. B. letzte Kalibrierung) zuordenbar ist. Gültigkeiten und Fristen von Zertifikaten können überwacht werden.

Bearbeitet ein Mitarbeitender der Werkstatt einen Arbeitsauftrag, werden die verwendeten Betriebsmittel und das ausführende Personal revisionssicher in der Rückmeldung eingetragen. Damit ist dokumentiert, dass der Arbeitsauftrag durch einen berechtigten Mitarbeitenden ausgeführt und gültige Betriebsmittel verwendet wurden.

Erfahren Sie mehr über zedas®asset, die Lösung für das Anlagen- und Instandhaltungsmanagement von Schienenfahrzeugen!

Bahnsicherheit und Interoperabilität

Die Durchführungsverordnung (EU) 2019/779 verfolgt mit ihren Vorgaben für die Verwaltung und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen zwei große Ziele

1. Sicherheit im Bahnverkehr durch die Einhaltung von Normen und gesetzlichen Vorgaben

2. Interoperabilität durch eine einheitliche, EU-weit gültige Richtlinie

Tragen Sie als Schienenfahrzeughalter oder Bahn-Werkstatt zu diesen Zielen bei, indem Sie ein Instandhaltungsmanagementsystem für Ihre Prozesse implementieren. Nutzen Sie diesen Schritt der Digitalisierung, indem Sie auf eine bahnspezifische, innovative IT-Lösung setzen. So sichern Sie sich einen Vorsprung im Anlagen- und Instandhaltungsmanagement Ihrer Schienenfahrzeuge – und erfüllen automatisch die Vorgaben der ECM-Verordnung.

 

 Die Originalversion des Artikels wurde auf LinkedIn veröffentlicht.